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Außenansicht der Pfarrkirche St. Laurentius, Retzbach

Willkommen

in der Pfarrei St. Laurentius Retzbach

- in der Untergliederung Zellingen

- des Pastoralen Raumes Karlstadt

Nachrichten

Pfarrbüro & Seelsorgliche Ansprechperson

Kirche & Glaubensorte

Die Pfarrkirche St. Laurentius ist an einem Platz erbaut, der schon sehr früh als der kirchliche Mittelpunkt der Gemeinde angesehen werden muss. Die starke Mauer, die heute noch zum Großteil den Kirchplatz umschließt, lässt unschwer erkennen, dass es sich dabei um eine wehrhafte Kirchhofmauer handelt. Inmitten des ehemaligen Friedhofs stand ein kleines Kirchlein, das als Pfarrkirche diente. Auch der unterhalb der Kirche gelegene Ortsteil „Propstei“ bestätigt diese Annahme.

Diese Bezeichnung besagt, dass es sich hierbei um den Wohnsitz von Pröpsten handelt, also um Geistliche eines Klosters, die als Pfarrherrn in Retzbach wirkten. Tatsächlich gehörte die Pfarrei Retzbach bis zur Säkularisation im Jahr 1803 dem Benediktinerkloster Neustadt am Main.

Bischof Otto II. hatte sie nämlich bereits im Jahre 1336 dem Kloster geschenkt.

Vorbereitungen zum Neubau

Im Jahr 1613 wird dem damaligen Probst die Erlaubnis erteilt, dass die Mehrzahl der Gottesdienste in der Wallfahrtskirche gehalten werden dürfe, da das Pfarrkirchlein sehr klein, dunkel und unfreundlich sei. Im Jahr 1688 wird die Wallfahrtskirche von der geistlichen Regierung in Würzburg zur Pfarrkirche erklärt, bis wieder eine Pfarrkirche entstehe.

Eine geschichtliche Untersuchung durch Oberregierungsrat Peter Vychitil im Jahr 1978, als der Fußboden der jetzigen Kirche im Zuge des Einbaus einer Fußbodenheizung entfernt wurde, ergab Folgendes:

Um genügend Platz für den Neubau der barocken Kirche zu gewinnen, wurde ihr überraschend kleiner, nur 6,25 m breiter und etwa 10 m langer Vorgängerbau abgebrochen, der ihn zumindest an der Süd- und Ostseite umgebende Friedhof aufgelassen und die Friedhofsmauer an der Ostseite, wahrscheinlich auch an der Nord- und Westseite abgetragen. Der Bauplatz wurde so eingeebnet, dass die mit Schutt verfüllten, rund 85 cm breiten Ausbruchgruben des östlichen Bereiches der Nordwand und des nördlichen Bereiches der Ostwand der alten Kirche nur noch etwa 15 cm tief im ungestörten Boden erhalten waren. Kein einziger Mauerstein wurde mehr in seiner Lage angetroffen. Gründe für die Erhaltung einer so kleinen Kirche bis ins 18. Jahrhundert könnten darin gesehen werden, dass einerseits der Friedhof mit Gadenanlagen Befestigungscharakter hatte und keine Erweiterung ohne Aufgabe dieser Eigenschaft möglich war, und dass andererseits die vorhandene Wallfahrtskirche zur Verfügung stand.

Der Kirchenneubau

Am 21.02.1736 entschied Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn, die alte Kirche könne abgebrochen und ein Neubau errichtet werden, nachdem mit 1.000 Gulden Bargeld und 40 Fudern Wein die Anfangsfinanzierung gesichert sei. Bereits am 11. April lagen Pläne von Balthasar Neumann vor, die im 2. Weltkrieg verbrannt sind. Am 25. November 1736 legte der Würzburger Weihbischof Johann Berndhard Mayer den Grundstein der heutigen Kirche.

Bis 1738 war das Langhaus durch Maurermeister Mathes Kolb und Zimmermeister Stahl von Würzburg im Rohbau erstellt. Die Steinarbeiten lieferte der Steinmetz Johann Adam Sehlmann aus Wernfeld.

Die alte Pfarrkirche war am 20. Juli profaniert worden. Die beim Abbruch des Gebäudes anfallen-den verwertbaren Materialien wurden verkauft. Dabei kamen über 200 Gulden für den Baufond zusammen. Das Datum 1739, welches sich aus dem Chronogramm über dem Hauptportal der Kirche ergibt, bezeichnet die Vollendung dieses Bauteils.

Am 10. August 1740, dem Fest des Kirchenpatrons Laurentius, wurde die Kirche durch denselben Weihbischof Johann Bernhard Mayer geweiht.

Der Kirchenbau selbst

Beim Entwurf der Kirche folgte Balthasar Neumann einem einfachen, schon von Josef Greising in der Pfarrkirche zu Steinbach verwendeten Grundrissschema, dem rechteckigen Saalschiff mit eingezogenem polygonalen Chor und halb vor die Fassade gestellten Turm.

Es handelt sich also um eine Fassadenturmkirche - im Unterschied zu einer Chorturmkirche.

Aller Aufwand ist auf die Fassade konzentriert, die sich in drei Abschnitten erhebt und vom dem Zwiebelturm mit Laterne gekrönt wird. Im mittleren Teil befindet sich die Statue des Kirchenpatrons Laurentius. Nur am Turm begegnen wir einem Leitmotiv von Neumanns Bauzier, den kurvigen Bedachungen über den Fenstern.

Wir betreten die Kirche durch das Turmportal. In der kreuzgewölbten Turmhalle ist auf der rechten Seite noch die schöne geschwungene Emporentreppe erhalten geblieben.

Wegen der Brandgefahr wurde die Kirche nach Geheiß des Fürstbischofs mit einem steinernen Gewölbe versehen. Die Seitenwände zeigen bereits Andeutung der bei Neumann beliebten Zweischaligkeit. Die breit gespannten Kreuzgratgewölbe teilen den Raum in gleichmäßige Abschnitte. Umlaufende Sockel und Pilaster vor Wandpfeilern beleben und gliedern die Flächen.

Am Chorbogen finden wir als einzige Stuckdekoration das Wappen des Fürstbischofs Friedrich Carl von Schönborn in hell-dunkelgrauen Tönen.

An der Rückwand finden wir ein reich geschnitztes Gestühl aus den vierziger Jahren des 18. Jahrhunderts. Die Ziermotive sind wie zwei spiegelbildliche C ineinander verschlungen. Dieses Gestühl stammt vermutlich aus einem Benediktinerkloster. Bis in die Neuzeit waren dort die Sitze für den Gemeinderat und die Feldgeschworenen. Im Mittelgang und Chor hat man bei der Renovierung unter Pfarrer Gerold Postler und Architekt Arno Sohn den alten Fußbodenbelag aus Rotsandsteinplatten erhalten. Der schönen barocken Kommunionbank aus Holzbalustern entspricht die in gleicher Form gearbeitete Brüstung der Orgelempore. Behutsam hat man bei der Renovierung 1978 die Türen der Kommunionbank für den neuen Zelebrationsaltar und einen Ambo verwendet.

Im Chor steht ein einfaches Chorgestühl aus dem 18. Jahrhundert unter Verwendung älterer Teile.

Ihren besonderen Glanz und ihre innere Harmonie erhält die Pfarrkirche durch die drei großen Altäre und die Kanzel, gegen 1747 von den Karlstädter Bildhauern Schäfer gefertigt.

Im Ornamentenstil bewegen sie sich zwischen Régence und Rokoko. Das aufgeraute Muschelwerk verrät die Kenntnis von Arbeiten des Würzburger Hofstukkatuers Antonio Bossi. Im Hochaltar das farbenprächtige Bild der Laurentiusmarter von dem sonst nicht bekannten Maler F. L. Zaner (1744), flankiert von den Benediktinerheilgen Benedikt und Scholastika. Im Aufsatz über dem fürstbischöflichen Wappen die Heiligste Dreifaltigkeit, seitlich Allegorien von Glaube und Gerechtigkeit.

Die Heiligste Dreifaltigkeit übergibt die weltliche Macht an den Fürstbischof, der mit Glaube und Gerechtigkeit sein Volk regieren soll.

Maria wird im Altarbild des linken Seitenaltars als Immaculata dargestellt: Ein Bild aus der Offenbarung des Johannes: Die Frau, die der Schlange den Kopf zertritt. In der Erdkugel zu ihren Füßen kann man noch die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies erkennen. Begleitfiguren sind Johannes der Täufer als Vorläufer und der hl. Josef als Nährvater Jesu. Ein Rosenkorb mit dem Marienmonogramm schließt den Altar nach oben ab.

Der rechte Seitenaltar ist volkstümlichen Heiligen gewidmet: Unter dem Jesusmonogramm im Aufsatz das Altarbild mit dem Winzerpatron Urban: Ein Bischof Urban versteckt sich zur Zeit der Christenverfolgung in einem Weinberg und entgeht dadurch dem Martyrium. So erwählen ihn die Winzer zu ihrem Patron, und bald wird aus dem Bischof Urban Papst Urban. Begleitfiguren sind rechts der hl. Antonius mit dem Esel, der vor dem Allerheiligsten hinkniet, und dem hl. Valentin, dem Patron der Epileptiker ( zu seinen Füßen liegt ein Junge mit einem epileptischen Anfall).

Traubengewinde erinnern wohl an die erste Winzergenosenschaft in Retzbach. Im Altarunterbau befindet sich das hl. Grab, das an den Kartagen geöffnet wird.

Am Korb der Kanzel finden wir die ausdrucksvollen Gestalten der vier Evangelisten mit ihren Symbolfiguren. Auf dem Schalldeckel der Gute Hirte, in dessen Vertretung der Priester predigen soll.

Die Taube als Symbol des Hl. Geistes soll ihm die rechten Worte eingeben. Die Hand mit dem Kreuz weist wohl auf das Wort aus dem Korintherbrief von Paulus hin: „Wir predigen Christus, den Gekreuzigten“.

Erwähnenswert ist noch, dass wegen des kostspieligen Deckengewölbes in der Folge das Geld aus ging, und die Altäre deswegen nicht farbig gefasst werden konnten. Erst einhundert Jahre später konnten durch eine Stiftung Altäre und Kanzel durch den Thüngersheimer Vergolder Michael Klüpfel marmoriert werden.

Die großen Bilder an den Seitenwänden stellen die sieben Sakramente und Szenen aus der Passion und der Auferstehung Jesu dar. Die älteste Figur in den Vitrinen (1697) ist dem Winzerpatron Urban gewidmet. Daneben noch die Figuren des hl. Laurentius , des hl. Johannes des Täufer und des hl. Wendelin als Schutzpatron der Landwirte. Besonders bemerkenswert ist unter dem Kreuz an der rechten Seitenwand die Darstellung der Pieta: Die Mutter mit dem toten Sohn auf ihrem Schoß, dort ist ihr Blick schon in die Zukunft gerichtet.

Renovierungen

Durch Einschüsse am Ende des zweiten Weltkrieges entstanden Löcher in der Außenfassade, die unter Pfarrer Hermann Josef Klug sofort nach Kriegsende wieder ausgebessert wurden. 1963 erfolgte eine Außenrenovierung, 1974 wurde der Dachstuhl imprägniert, 1975 wurde das Dach vollständig neu gedeckt und Teile des Gebälks ausgewechselt. 1976 ließ die politische Gemeinde, die die Baulast für den Turm trägt, eine neue Turmuhr mit vier Zifferblättern anschaffen und das Dach erneuern. 1977/78 erfolgte die Innenrenovierung mit dem Einbau einer Fußbodenheizung. Am 9. September 1978 konnte Bischof Josef Stangl als eine seiner letzten Amtshandlungen die Weihe des neuen Zelebrationsaltars vollziehen. Dabei wurden folgende Reliquien in den Altar eingelassen: Hl. Sebastian, hl. Vitus, hl. Urban, hl. Burkard, Sel. Liborius Wagner. Zum 250-jährigen Jubiläum im Jahr 1990 erfolgte die Außenrenovierung, bei der die Kirche wieder die weiße Farbe erhielt. Am 29. Juli feierte Weihbischof Helmut Bauer mit der Gemeinde den Festgottesdienst mit dem anschließenden Fest auf dem Schulhof. Der Tag endet mit einer großen Serenade auf der Treppe vor der Kirche. Mitwirkende waren der Kirchenchor, der Männergesangverein, Flötengruppe und Schola, der Moderne Spielmanns- und Fanfarenzug, der Musikverein Frankonia und die Brüder Thomas und Ralf Behr als Solisten hoch oben in der Laterne des Kirchturms.


Historie

Die Pfarrei Retzbach und ihre Geschichte

Der Ursprung

Es lässt sich bis heute kein genauer Zeitpunkt über die Entstehung der Pfarrei festlegen.

Aus einer Verkaufsurkunde des Jahres 1323 geht hervor, dass damals schon in Retzbach ein pfarrlicher Friedhof bestand. Ein wichtiges Ereignis fand im Jahr 1336 statt: Damals verleibte Fürstbischof Otto von Wolfskeel die Pfarrei Retzbach der Beneditkinerabtei Neustadt am Main ein. Diese stellte auch die Pfarrer bis zum Jahr 1810. Im Jahr 1417 wurden die Statuten der marianischen Bruderschaft von Güntersleben nach Retzbach verlegt. Im Übrigen sei verwiesen auf die Chronik „Retzbach - Der Wallfahrtsort am Main“ herausgegeben von Pfarrer Gerold Postler im Jahr 1999. 

Reformation, Bauernkrieg und kirchliche Erneuerung

Retzbach war von den Ereignissen der ersten Reformationszeit kaum unmittelbar betroffen. Die Oberherrschaft blieb bei den Fürsten und Bischöfen von Würzburg. Die Abtei Neustadt blieb Patronatsherr der Pfarrei Retzbach. Es wohnten ungefähr 50 Lutheraner am Ort. Als Julius Echter Fürstbischof wurde, warf er dem Neustädter Abt vor, für die Ausbreitung der Protestanen in Retzbach mit verantwortlich gewesen zu sein. Abt Konrad Lieb präsentierte auf die Retzbacher Frühmeß-Stiftung im Jahr 1550 seinen Mitbruder Johann Fries, der vier Jahre später zum Abt gewählt wurde. Dieser zeigte nach seinem Amtsantritt, dass er der Reformation Luthers näher stand als der katholischen Kirche. 1554 wurde er seines Amtes enthoben. Im Jahr 1600 erneuerte Fürstbischof Julius Echter die Retzbacher Marienbruderschaft. 1610 entstand das neue Schulhaus.

Zu dieser Zeit wurden alle Ortseinwohner als katholisch bezeichnet. 1612 weilte der Fürstbischof selbst im Dorf. 

Der dreißigjährige Krieg und die Zeit danach

1631 eroberten schwedische Truppen unter König Gustav Adolf das Frankenland. Abt Georg Ehalt, langjähriger Pfarrer in Retzbach, wollte als Winzer verkleidet nach Zellingen fliehen. Er wurde von den Truppen erkannt und ermordet. Sein Grabmal befindet sich hinter der Wallfahrtskirche.

Retzbach wurde mehrmals schrecklich geplündert und die Kirchen geschändet.

1658 wurde durch Zacharias Juncker neben der Wallfahrtskirche die Ölberghalle mit der ergreifenden Ölbersgszene errichtet. 1697 errichteten die Retzbacher Häcker eine Bruderschaft zu Ehren des hl. Winzerpatrons Urban.

1786 lebten in Retzbach 134 Männer, 191 Frauen, 130 Söhne, 179 Töchter, 5 Knechte und 7 Mägde.

Benediktinerpater Benedikt Arnold, 1789 Kaplan in Retzbach, dann Küchenmeister in der Abtei, kam 1797 wieder nach Retzbach, rodete auf der Anhöhe eine Stelle, und erbaute dort eine Einsiedelei (Benediktushöhe), wo er bis 1810 wohnte. 1981 wurde dort die Arbeitnehmerbildungsstätte Benediktushöhe eingeweiht.

Seit 1810 wurde die Pfarrei von Diözesanpriestern betreut.

1854 begann das Zeitalter der Eisenbahn, 1880 entstand der Kreuzweg oberhalb der Wallfahrtskirche, 1884 wurde die Mainbrücke eingeweiht, 1911 legte man die Wasserleitung. 

Das zwanzigste Jahrhundert

Im 1. Weltkrieg fielen 41 Retzbacher, der Nationalsozialismus fasste in Retzbach nur zögernd Fuß.

Über die letzten Monate des 2. Weltkriegs berichtet der damalige Pfarrer Geistl. Rat Hermann Klug (Siehe angegebene Chronik!).

Nach Kriegsende kamen zahlreiche Heimatvertriebene nach Retzbach, aber auch Ausgebombte aus dem Rheinland, die hier zum Kriegsende ihre Zuflucht gesucht hatten. Der katholische Kindergarten wurden von 1916 bis 1978 von den Erlöserschwestern betreut. 1979 wurde der neue Kindergarten an der gleichen Stelle eingeweiht. 1974 folgte der politische Zusammenschluss mit der Gemeinde Zellingen, die Pfarrei bleibt jedoch selbständig erhalten. Im Jahr 2000 wurde nach langer Planung das neue Pfarr-, Jugend- und Wallfahrtsheim in der Bergstraße eingeweiht.

Außenansicht der Pfarrkirche St. Laurentius, Retzbach

Hier geht es zur Homepage der Wallfahrtskirche Maria im Grünen Tal, Retzbach

„Maria im Grünen Tal“ zu Retzbach, 17 km mainabwärts von Würzburg gelegen, ist wohl der älteste noch bestehende Wallfahrtsort in der Diözese Würzburg. 

Sein Ursprung reicht ins 13. Jahrhundert zurück und ist mit zahlreichen Legenden umwoben.

Ablässe aus dem 13. Jahrhundert zeigen, dass die Wallfahrt damals bereits eine größere Bedeutung hatte.

Auf den Fundamenten einer romanischen Kapelle wurde im 14. Jahrhundert die gotische Kapelle erbaut, der Chor der heutigen Wallfahrtskirche.

1336 übernahmen die Benediktiner von Neustadt am Main die Betreuung der Pfarrei und der Wallfahrt.

Einen großen Aufschwung nahm die Wallfahrt in den Kriegs- und Pestjahren um 1600. In dieser Zeit wurde ein Langhaus angebaut. Das gotische Portal wurde aus der Kapelle herausgenommen und als Eingangsportal der neuen Kirche verwendet. Aus der Barockzeit (1788) stammen die beiden Türmchen an der Westseite und die Barockaltäre. 1968 wurde das Langhaus wegen Baufälligkeit geschlossen und das Dach abgedeckt. In der Nacht vom 16. auf den 17. Juni 1968 brachte ein heftiges Gewitter die Lehmdecke des Schiffs zum Einsturz.

Der damalige Dombaumeister Hans Schädel schuf die Pläne für den Neubau des Schiffs, das jetzt in doppelter Breite errichtet wurde. Bei der Weihe der neuen Kirche am 13. September 1969 durch Bischof Josef Stangl erhielt die Kirche den erweiterten Titel: „Gebetsort für die Einheit der Christen“. Bei einer Renovierung im Jahr 1987 fanden die noch vorhandenen Barockaltäre, die beim Neubau in den sechziger Jahren weichen mussten, wieder ihren Platz. Das Kreuz im Chorbogen wurde dem frühgo-tischen Prozessionskreuz aus Bad Orb, vergrößert in Südtirol, nachgeschnitzt. Eine neue Tabernakelstele mit dem Symbol vom brennenden Dornbusch ergänzt die Einrichtung.

Das Gnadenbild ist eine 129 cm hohe Figur aus fränkischem Buntsandstein, zu Beginn des 14. Jahrhunderts von einem unbekannten Künstler geschaffen. Im Rücken der Madonna befinden sich sogenannte „Berührungsreliquien“ aus dem Heiligen Land, die für die Bedeutung der Wallfahrt im Mittelalter sprechen. Eine Schramme im Gesicht der Madonna führte wohl zu der Legende, man habe das Bild im Wald gefunden und beim Ausgraben verletzt.

Die Wallfahrt heute

An die 135 Wallfahrtsgruppen kommen das Jahr über nach Retzbach, die weitesten davon aus dem Eichsfeld über Fulda - zusammen mit Pilgern aus Baunatal - mit etwa 1000 Fußpilgern. Die längste Tradition hat die Wallfahrt aus Rieneck im Spessart, sie besteht seit 1470. Spezielle Wallfahrten sind zweimal im Jahr ein Wallfahrtstag für Kranke und ältere Menschen, im Abstand von zwei Jahren ein Wallfahrtstag für Busfahrer und LKW-Fahrer und eine ökumenische Kinderwallfahrt.

Hauptwallfahrtstage sind die Marienfeste im September: Maria Geburt, Maria Namen und Maria Schmerz, die an den ersten drei Wochenenden im September gefeiert werden. Einen besonderen Anziehungspunkt bilden die großen Lichterprozessionen an den Vorabenden mit der anschließenden Eucharistiefeier in einem Lichtermeer auf dem Wallfahrtsplatz.

Rund um die Wallfahrtskirche

Im Umfeld befinden sich auf einer Anhöhe ein schön gestalteter Kreuzweg aus dem Jahr 1878. Einen Eindruck davon liefert dieses Youtube Video.
Hinter der Kirche das Marienbrünnlein und seit 2013 ein Gesundheitsgarten mit einem Meditationspavillion.

Video 04 Fränkischer Marienweg Retzbach

Außenansicht der Wallfahrtskirche "Maria im Grünen Tal“ zu Retzbach
Logo: Besinnungsweg Retztal

Der Besinnungsweg Retztal kennzeichnet mit seinem Namen zugleich seine geografische Lage:

Das Kernstück des Weges ist das nur 5 km lange Seitental des Mains, in dem ein Bach, die Retz, der in Retzstadt entspringt und in Retzbach in den Main mündet, die beiden Orte Retzbach und Retzstadt miteinander verbindet.

Die Wegstrecke führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft, die geprägt ist von Kontrasten zwischen Tal und Hügeln, zwischen dem Wald im Talgrund und weiten Feldern und Weinbergen auf der Höhe. Der Pfad über den steilen

Muschelkalkfelsen der Benediktushöhe wird gesäumt von südlich-warmen Kalkschotterflächen.

Die Markierung führt von der Wallfahrtskirche "Maria im Grünen Tal" über den Kreuzweg, zur Kolpingkapelle. Ab hier führt uns der Weg, nun identisch mit dem Mainwanderweg, auf die Breitfeldhöhe. Mit ihren 387 m ist sie die höchste Erhebung im Maindreieck, und bietet einen weiten Rundblick auf Spessart, Rhön und Steigerwald.

Von dort wandert man weiter über die Berghügel wieder ins Tal nach Retzstadt zur Pfarrkirche St. Andreas. Eher kühl und schattig verläuft der Weg im Retztal.

Die gesamte Wegstrecke ist ca. 13 km lang und als Rundweg angelegt. Es sind auch Teilabschnitte möglich, zu 7 km und 9 km. Die Höhendifferenz beträgt 200 m.

Eine außergewöhnliche Vielfalt an Pflanzen und Tieren gibt es in jeder Jahreszeit zu entdecken. Als Begleiter am Wegrand finden sich sowohl einfache, robuste, als auch farbenprächtige, seltene Blumen, darunter viele Heilkräuter wie Johanniskraut, Wegerich, Malve, Odermenning und Wegwarte.

In den bewaldeten Bereichen säumen Buche, Eiche, Ahorn, Esche, Kiefer, Lärche, Mehlbeere und Speierling den Weg und spenden Schatten. Man kann den Tieren des Waldes und der Flur noch häufig begegnen. Immer wieder trifft man Raritäten wie Orchideen und seltene Schmetterlinge an, die besonderen Schutz brauchen.

Auf den Weg finden wir eine ganze Reihe gestalteter Stationen, z.B. eine Zeitleiste, welche die Verhältnismäßigkeit von der Entstehung der Erde bis zur Entwicklung des Menschen anschaulich macht, die Völkerwallfahrt zum Berg Zion mit Email-Platten gestaltet, eine Kapelle mit Adolf Kolping als Wegbegleiter und viele andere. Geschnitzte Hinweisschilder weisen auf besonders schöne Aussichtspunkte hin.

Ein ansprechend gestalteter Faltplan kann als hilfreicher Begleiter dienen. Er ist für 2 € (+ Porto) bei den Pfarrämtern in Retzbach (Tel. 09364/9930) und Retzstadt (09364/8153330) erhältlich.

Weiterführende Links

Angebote & Gruppen

Unser Chor GreenValleyS. wurde im Jahr 1989 aus einer spontanen Laune heraus gegründet. Anlass war ein geplanter Jugendgottesdienst, für den es an einer musikalischen Gestaltung fehlte. Damals hätte sicher keiner der Beteiligten damit gerechnet, dass wir nun auf das 25. Jahr unseres Bestehens zusteuern. Wenngleich viele von damals über alle Winde verstreut sind, haben sich aber immer wieder neue Sängerinnern und Sänger (letzteres leider weniger)gefunden, die unsere Chorgemeinschaft bereichern und damit ermöglichen, dass wir drei- bis fünfstimmig singen können. Derzeit sind wir ca. 20 - 25 Sängerinnen und Sänger, die altersmäßig eine Spannbreite von ca. 30 bis leicht über 50 Jahren abdecken. Neue Mitglieder sind stets willkommen, gerne auch zur Spannbreitenerweiterung. Unsere Probe findet regelmäßig am Mittwoch von 20:00 bis 21:30 Uhr in unserem Pfarrheim (neben der Wallfahrtskirche) oder auch mal im privaten Wohnzimmer statt.

Unser Repertoire ist recht vielschichtig und reicht von anfänglich stärker im Fokus gestandenem Neuen Geistlichen Lied über Gospels zu der klassischen Chorliteratur für gemischten Chor sowohl im geistlichen als auch weltlichen Bereich. Neben den regelmäßigen Terminen in der Osternacht, an den Wallfahrtstagen im September oder an Weihnachten gestalten wir meist einen "normalen" Gottesdienst oder ein oder zwei Abendlobe. Daneben versuchen wir auch immer wieder ein weltliches Konzert in den engen Terminplan unserer Mitglieder zu platzieren. Entsprechend dieser unserer Auftritte ist auch das Verhältnis von geistlicher zu weltlicher Chorliteratur ca. 2:1.

Auch wenn wir immer bestrebt sind, neue Lieder einzustudieren, steht der Spaß am Chorgesang im Vordergrund.

Wir würden uns riesig freuen, wenn Du oder Sie beim Lesen dieser Zeilen Lust verspüren, mit uns zu singen, feiern, ... Bei Interesse kannst Du/können Sie sich jederzeit bei Stefan Kuhn, Tel.: 09364 1715 melden oder einfach bei der nächsten Chorprobe vorbeischauen. Also bis nächsten Mittwoch!

Vielleicht können sich einige noch an den "Jugendsingkreis der Pfarrei Retzbach" erinnern, der doch tatsächlich schon vor 25 Jahren gegründet worden war. Nachdem die Jugend verflogen war, die Sangeswut sich aber nach wie vor kaum bändigen ließ, wurde die allzu schmeichelnde Namensbezeichnung 10 Jahre nach Gründung in den so weltmännisch klingenden und zugleich lokal verankerten Namen "GreenValleyS(ingers) geändert. Wenngleich diese Namensgebung genau wie die Gründung des Chores aus einer spontanen Laune heraus in geselliger Runde getroffen worden war, haben wir es doch zu einer anfangs nicht für möglich gehaltenen Konstanz und Ausdauer geschafft, die es uns nun ermöglicht, unser 25-jähriges Jubiläum zu feiern.

Wie es sich für einen Chor gehört, wollen wir dieses Fest im Rahmen eines Jubiläumskonzertes begehen. Was wäre aber ein Fest oder solch ein Konzert ohne Gäste und Zuhörer! Deshalb laden wir Sie ganz herzlich ein, mit uns am Samstag, 12. Juli um 19:30 Uhr im PJW-Heim in Retzbach zu feiern, wozu der Eintritt natürlich frei ist.

Bei diesem Konzert können wir Ihnen auch etwas ganz Besonderes bieten. So konnten wir den Pfälzer Liederkranz Bissersheim 1907 e.V. gewinnen, mit uns zusammen dieses Jubelkonzert zu gestalten, das Sie auf eine musikalische Reise der Sehnsucht und Träume mitnehmen will. Lassen Sie mithin Ihre Träume und Sehnsüchte wahr werden und kommen Sie zu diesem unseren Jubelfest.

In unserer Bücherei finden Sie Kinder- Jugend- und Sachbücher, Erwachsenenliteratur, Ratgeber und Zeitschriften so wie eine große Auswahl an Spielen, CDs und DVDs. Bei uns gibt es regelmäßig neue Bücher, sowohl neueste Kinder- und Jugendbücher, als auch die aktuellen Bestseller. Zudem bieten wir verschiedenen Aktionen für Groß und Klein an. Die Bücherei Retzbach hat insgesamt ca. 5.000 Medien im Bestand.

Adresse: Kirchgasse 9, 97225 Retzbach
Telefon: 09364/8173522
E-Mail:  kontakt@buecherei-retzbach.de
Webseite: www.buecherei-retzbach.de
Social Media: facebook / instagram

Unsere Jüngsten üben in verschiedenen Gruppen.

Ansprechpartnerin: Frau Renate Feser, Tel. 09364/3587.

Im Frühjahr 2009 teilte die örtliche Musikkappelle kurzfristig mit, dass sie die musikalische Begleitung der kirchlichen Veranstaltungen nicht mehr sicherstellen kann.

Spontan ergriff Hermann Seubert die Initiative und stellte für die kommende Palmprozession eine musikalische Begleitung zusammen. Die Gruppe setzte sich aus Musikern des Musikvereins Frankonia als auch von Musikern der Oldies vom Spielmannszug zusammen. Völlig überraschend sowohl für den Organisator als auch für die Prozessionsteilnehmer haben beim ersten Auftritt die stolze Anzahl von 20 Musikern die Prozession begleitetet. Damit wurde die Gnadenkappelle ins Leben gerufen.

Heute, nach einigen Jahren werden noch immer sämtliche kirchlichen Veranstaltungen von der Gnadenkapelle begleitet. Besonders stolz sind die Musiker der Gnadenkapelle, dass auch junge Musikerinnen und Musiker Freude beim Spielen in dieser Gruppierung haben und ebenso fleißig die Veranstaltungen begleiten.

Hervorzuheben ist darüber hinaus, dass neben dem Musikspielen auch das gesellschaftliche Wohl nicht zu kurz kommt. So werden alle Musiker zu verschiedenen gemeinschaftlichen Treffen eingeladen.

Der Spaß und die Freude an der Musik stehen für die Gnadenkapelle im Mittelpunkt, damit die Tradition der musikalischen Begleitung von kirchlichen Veranstaltungen auch in Zukunft fortgeführt werden kann. Über die musikalische Unterstützung, ob „altgedient“ oder junges Nachwuchstalent freuen sich die Musiker der Gnadenkapelle.

Kontakt über

Der Kirchenchor ist ein gemischter Chor (Sopran, Alt, Tenor und Bass) mit ca. 60 Aktiven verschiedenen Alters.

Wir haben zwischen 20 und 25 Auftritte im Jahr, vorwiegend in Gottesdiensten.

Neue Sängerinnen und Sänger sind herzlich willkommen.

Chorproben sind immer Dienstag 20.00 Uhr im Mosgnore-Postler-Haus. (Retzbach, Bergstraße 42)

Ansprechpartner: Klaus-Dieter Kurpanek, Tel. 09364/2410.

Der Weltladen Retzbach wurde im Jahr 1988 eröffnet. Unser jetziger Standpunkt ist an der Pfarrkirche St. Laurentius an der Alten Schule, Kirchgasse 9. Wir führen ein großes Sortiment an fair gehandelten Lebensmitteln, Geschenkartikeln, Schmuck, Spielsachen, Karten und vielem mehr. Wir laden Sie zu einer Entdeckungsreise in unseren Laden ein.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Unser Öffnungszeiten

  • Dienstag: 16.00 - 18.00 Uhr
  • Freitag: 16.00 - 18.00 Uhr
  • Samstag: 10.00 - 12.00 Uhr

Im August ist nur an den Samstagen zwischen 10:00 Uhr und 12.00 Uhr geöffnet.

Ansprechpartner: Silvia Kuhn (09364 / 1715)
Mail: Silvia-Kuhn@t-online.de

KMA - der Gottesdienst zum Hören, Sehen und Mitmachen

Auch hier freuen wir uns auf viele Familien und alle, die sich darauf einlassen!

Beginn jeweils um 10:30 Uhr in der Wallfahrtskirche Retzbach.

Der Seniorenkreis „Frohe Runde“ Retzbach besteht schon seit 1973. Wir treffen uns an jedem 3. Mittwoch im Monat nach dem Gottesdienst (14.00 Uhr in der Wallfahrtskirche) im Pfarrheim und bieten ein abwechslungsreiches Programm bei Kaffee und Kuchen.

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