Bleiben wir sozial? Gestalten wir unser Leben so, dass wir einander tragen und stützen? Setzen wir uns ein für ein Netz, das Menschen auffängt, wenn sie halt- und hilflos sind? Wie das gehen kann, darüber wird nicht nur in unserem Land gestritten. Schnell werden die Faulenzer in den Blick genommen, die sich auf dem Engagement der Anderen ausruhen und davon profitieren. „Soziale Gerechtigkeit“ - ein großes Wort, das herausfordert.
GeRECHTigkeit hat mit Recht zu tun. Das macht Jesus im Evangelium deutlich. Die Tagelöhner haben im Weinberg gearbeitet. Machen von Tages-beginn an, andere erst in den letzten Stunden. Und alle erhalten einen Denar. Das empfinden die Ersten als ungerecht. Doch der Weinbergsbesitzer macht deutlich: Er hat das gezahlt, was er mit jedem vereinbart hat. Er geht nicht über das Recht hinweg, sondern über das Recht hinaus. Er zahlt den Letzten mehr als er müsste und dieses „Mehr“ lässt er sich von niemandem verbieten. Gott schaut nach denen, die nicht viel oder nichts verdienen können. Seine Güte fragt: Was braucht der Mensch, um leben zu können? Und nicht: Was hat er geleistet. Wird da nicht die Gerechtigkeit sozial? Was braucht der andere, um leben zu können?
„Klagende hören, Trauernde sehn, aneinander glauben und sich verstehn….so spricht Gott sein Ja, so stirbt unser Nein.“ GL 457,2
Albin Krämer

