„Vergib deinem Nächsten das Unrecht,dann werden dir, wenn du bittest, deine Sünden vergeben! “
(Ratschlag des Weisheitslehrers in Sir 28,2)
Im „Vater Unser“ lädt Jesus ein, uns immer wieder mit unseren Bitten an Gott zu wenden. In einem Satz verbirgt sich aber ein Auftrag: „Wie auch wir vergeben denen, die an uns schuldig geworden sind.“ Manchmal stocke ich an dieser Stelle. In bestimmten Situationen fällt mir das sehr schwer, ja scheint es mir unmöglich, einfach zu vergeben. Stehe ich dann nicht wie ein Trottel oder Schwächling da? Ermuntert das nicht geradezu, mich noch mehr zu demütigen? Ich merke immer wieder, wie sehr Vergebung ein Prozess ist, der manchmal lange dauert. Mit der Zeit spüre ich dann, wie sehr das Festhalten an der Opferrolle, wie sehr das Aufrechnen und Nachrechnen mir selber schadet, an mir nagt und mich belastet. Vergeben heißt ja nicht gleich vergessen und wegwischen, heißt nicht gleich „Schwamm drüber!“. Aber Vergebung beginnt immer mit dem Loslassen. Dann entsteht Freiheit und es öffnet sich ein Raum für einen neuen Anfang
Einen gesegneten Sonntag wünscht euer Pfarrer Thomas Wollbeck
Siehe auch im Gotteslob: 57_Psalm 103

