Grüne Wiesen, blaue Bergseen und Wanderwege, die sich durch Wald und malerische Berglandschaften schlängeln. Vor dieser Kulisse verbrachten 81 Kinder und Jugendliche samt Betreuerinnen und Betreuern die vergangene Woche im Oberallgäu in der Nähe von Immenstadt. Die Jugendfreizeit Um Maria Sondheim hat sich längst etabliert und feierte heuer ihr dreißigjähriges Jubiläum. „Der Andrang auf die Freizeit wird nach wie vor immer größer“, bemerkt Rita Wiesner. Mit insgesamt 28 Teilnehmern und Betreuern sei man 1997 angereist, bei der diesjährigen Bergfreizeit standen gegen Ende sogar noch sechs Leute auf der Warteliste, erzählt die Organisatorin. Nach wie vor werde die Freizeit komplett ehrenamtlich auf die Beine gestellt, viele Betreuer nehmen sich extra Urlaub. Anspruchsvoller wurden über die Jahre die Kinder, meint Wiesner, und ihre Essgewohnheiten haben sich geändert. Deutlich mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer achten inzwischen auf eine gesunde Ernährung. „So viel Rohkost wie heuer hatten wir noch nie verbraucht.“ In Zahlen: Über hundert Gurken und etwa 42 Köpfe Salat.
Die Freizeitwoche begann am Sonntagmorgen, den 16. August, vor dem Arnsteiner Pfarrhaus, nachdem alle Taschen und Koffer im Reisebus Platz gefunden hatten. Im Gschwender Hof bei Immenstadt angekommen teilten sich Betreuer und Teilnehmer in sieben Gruppen auf und gaben sich Namen und Logos, alles im Stil des diesjährigen Mottos Asterix und Obelix. Die beiden Gallier aus der gleichnamigen Comicserie tauchten zusammen mit dem Zauberer Majestix, dem römischen Feldherrn Julius Caesar und weiteren Figuren bei Kreativprojekten und dem abendlichen Theaterspiel immer wieder auf. Montagvormittag wurde gebastelt und eine Lagerfahne bemalt, nachmittags wanderte die gesamte Truppe an den im Tal liegenden Großen Alpsee, um dort baden zu gehen. Leichter Nieselregen tat der Freude dabei kein Abbruch, schließlich war das Wasser überraschend warm.
Der Dienstag war vom Wettbewerb geprägt, denn bei der Bergolympiade maßen sich die sieben Gruppen in Disziplinen wie „Gallisches Wagenrennen“ und „Hinkelsteinwerfen“. Nachmittags führte eine Wanderung über 250 Höhenmeter zum Alpsee Coaster, einer Sommerrodelbahn, die Kinder und Betreuer allesamt heruntersausten.
Mittwoch war der sonnigste Tag der Woche, optimale Bedingungen für die Stadtrallye durch Immenstadt. Fragen zu Brunnen und Geschichte der 14 000-Einwohner-Stadt lösten die Gruppen mit Eifer. Außerdem gab es Extrapunkte, die als Asterix, Obelix und Co verkleideten Betreuer in der Innenstadt zu entdecken. Nach der Rätselei ging die Wanderung weiter ins Freibad, das an den Kleinen Alpsee grenzte.
Wie jeden Morgen startete der Donnerstag nach dem Weckapell mit einem Morgenlob und Morgensport, ging schließlich ins Frühstück über. Den Tag verbrachten die mitgereisten Kinder und Jugendlichen bei Spielen am Sportplatz und Basteleinheiten im Gemeinschaftsraum. Eine Zehnergruppe Jungs testete ihre Grenzen aus, indem sie in der Hälfte der auf den Wegweisern angegebenen Zeit mit zwei Betreuern zwei Gipfel erklomm. Nach dem Abendessen begann ab 22 Uhr nicht wie gewohnt die Nachtruhe, sondern die Nachtwanderung: Mit selbstgebauten Fackeln in der Hand marschierte die gesamte Mannschaft zu einem Gruselpfad, wo versteckt liegende Erschreckerinnen und Erschrecker auf sie warteten. Der Freitag bot Zeit, ein Programm für den bevorstehenden Bunten Abend mit Spielen und Improtheaterstücken vorzubereiten. Nach dem Mittagessen startete der Abschlussgottesdienst mit einem Pfarrer aus dem Allgäu.
Die Woche sei viel zu schnell vorbeigegangen, da waren sich die Mitgereisten am Samstag auf der Rückfahrt ins Werntal einig. In einer Feedbackrunde wurden nicht nur die Küche, Wanderungen und etwa die Basteleien gelobt, sondern auch der Zusammenhalt und das wachsende Gemeinschaftsgefühl. Während der Freizeitwoche wurden alle Smartphones der Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingesammelt und lediglich für eine halbe Stunde täglich ausgegeben. „Dadurch habe ich gelernt, wie schön Freizeit ohne Handy sein kann“, gibt ein Jugendlicher am letzten Tag zu. Zu kurz kam in den Augen vieler der Schlaf und das gute Wetter, schließlich erwischte man eine regenreiche Woche.
Barbara Klüspies ist rücklickend sehr zufrieden mit der Jugendfreizeit. Die Woche sei von starker Gemeinschaft und einem vielseitigen Programm geprägt gewesen, so die Campleiterin. Nach den monatelangen, aufwändigen Vorbereitungen mit dem Kernteam gebe es ihr viel zurück, die Kinder so Spaß haben zu sehen.

